Mobiles Museum Neukölln

Seit 2007 findet das Mobile Museum nicht nur seine Themen in Neukölln, sondern auch seine Ausstellungsorte. 17 Ausstellungen thematisieren Orte wie das Tempelhofer Flugfeld, die Hasenheide, das Rollbergviertel oder die Hufeisensiedlung oder beleuchten spezielle sozialhistorische Aspekte Neuköllner Geschichte wie die Spuren des Kolonialismus, die Geschichte der Sozialdemokratie oder das künstlerische Gedenken der Stolpersteine.
Als tragende Elemente werden kombinierbare Stellwände eingesetzt, die fast überall zum Einsatz kommen können: in Einkaufszentren, Bibliotheken, Galerien, Schulen oder Krankenhäusern.
Begleitend erscheinen Postkarten und Flyer bzw. Broschüren mit sämtlichen Ausstellungsinhalten zum Verkauf.


Verdrängte Geschichte – Spuren kolonialer Vergangenheit In Neukölln

Neben den Hansestädten Hamburg und Bremen mit ihren Überseehäfen entwickelte sich die Reichshauptstadt Berlin nach dem Ende der viermonatigen Kongo-Konferenz im Februar 1885 schnell zur deutschen Kolonialmetropole. Spuren des Kolonialismus finden sich auch im Stadtbild Neuköllns. Eine Spur führt in die Wissmannstraße, benannt nach Hermann von Wissmann, Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Eine weitere Spur führt in die Woermannkehre. Namensgeber Adolph Woermann galt mit der Woermann-Linie als größter Privatreeder der Welt und war maßgeblich an der Einrichtung der deutschen Kolonien in Afrika beteiligt. Auch auf dem Garnisonfriedhof Columbiadamm ist unsere koloniale Vergangenheit sichtbar: Dort liegt der „Herero-Stein“ samt einer im Oktober 2009 eingeweihten Namibia-Gedenkplatte. Während bis vor kurzem nur der Täter gedacht wurde, erinnert der Ergänzungsstein jetzt auch an die mehr als 50 000 von deutschen Truppen vernichteten Herero und Nama während des Aufstandes von 1904 bis 1907.

Die vom Museum Neukölln erarbeitete mobile Ausstellung ist ein Beitrag zur aktuellen Diskussion um die deutsche koloniale Vergangenheit und wird am 24. August 2018 durch Bezirksstadträtin Karin Korte um 18:00 Uhr eröffnet.


Ausstellungszeitraum und -ort

25. August - 3. November 2018

Helene-Nathan-Bibliothek, Karl-Marx-Str. 66

Öffnungszeiten: Mo – Fr: 11:00 – 20:00 Uhr, Sa: 10:00 – 13:00 Uhr