Mobiles Museum Neukölln

Seit 2007 findet das Mobile Museum nicht nur seine Themen in Neukölln, sondern auch seine Ausstellungsorte. 17 Ausstellungen thematisieren Orte wie das Tempelhofer Flugfeld, die Hasenheide, das Rollbergviertel oder die Hufeisensiedlung oder beleuchten spezielle sozialhistorische Aspekte Neuköllner Geschichte wie die Spuren des Kolonialismus, die Geschichte der Sozialdemokratie oder das künstlerische Gedenken der Stolpersteine.
Als tragende Elemente werden kombinierbare Stellwände eingesetzt, die fast überall zum Einsatz kommen können: in Einkaufszentren, Bibliotheken, Galerien, Schulen oder Krankenhäusern.
Begleitend erscheinen Postkarten und Flyer bzw. Broschüren mit sämtlichen Ausstellungsinhalten zum Verkauf.

1914/18 Neukölln im Ersten Weltkrieg

Das Mobile Museum Neukölln im Einkaufszentrum Neuköllner Tor, Karl-Marx-Straße 231-235, 12055 Berlin
9. April - 29. Juni 2018

Der erste „totale“ Krieg der europäischen Geschichte bedeutete einen brutalen Einschnitt im Leben der Neuköllnerinnen und Neuköllner. Zehntausende Männer zogen als Soldaten an die Front, Tausende kehrten nie zurück. Frauen und Jugendliche übernahmen ihre Arbeit in den Betrieben, litten Hunger und Not. Verwaltung, Kirchen und Schulen organisierten die Heimatfront, die mit zunehmender Dauer des Krieges immer mehr zu bröckeln begann. Belagerungszustand, Pressezensur und Polizeigewalt unterdrückten jede öffentliche Kritik an Militär und Regierung. Doch gerade in Neukölln, wo der Antimilitarismus bereits vor 1914 besonders stark gewesen war, äußerte sich schon früh Protest gegen das sinnlose Morden und die katastrophale Versorgungslage. Hungerkrawalle, Demonstrationen und Streiks waren die Vorboten der Revolution, die im November 1918 die alte Ordnung hinwegfegte.