Rückschau

11. Mai bis 30. Dezember 2019
In guten Händen. Handwerk in Neukölln

Die Ausstellung „In guten Händen. Handwerk in Neukölln“ präsentierte zahlreiche Werkstücke und Produkte aus Neuköllner Handwerksbetrieben, darunter ein Waschbecken aus Holz, eine Orthese aus modernen Karbonfasern und filigranen Silberschmuck. Die Atmosphäre und der Umgang mit den Materialien in den verschiedenen Werkstätten wurde durch detailreiche Fotoserien in Szene gesetzt. In kurzen Filmen berichteten Handwerkerinnen und Handwerker von ihrem Alltag, der Faszination und den besonderen Anforderungen ihres Berufes.

Historisches Werkzeug, Ofenkacheln und ein Mosaik der Mosaikwerkstätten Puhl & Wagner aus der Sammlung des Museums verweisen auf die Handwerkskunst von Neuköllner Werkstätten in der Vergangenheit. Trotzdes grundlegenden Beitrags, den das Handwerk zu allen Zeiten für den Lebensstil der Gesellschaft in denn Bereichen Mode, Architektur, Medizin, Mobilität und Ernährung geleistet hat, unterlag das Ansehen des Handwerks in seiner Geschichte stets starken Schwankungen. Heute gibt es in vielen Gewerken Nachwuchssorgen und die Digitalisierung stellt eine gewaltige Herausforderung dar – genau der richtige Zeitpunkt für eine Würdigung der Vielfalt und Produktivität des Handwerks in Neukölln.

Hier geht es zur Website der Ausstellung!

18. Januar bis 14. April 2019
Die Blaue Blume. Eine keramische Installation von Martina M. Thies

Erst im 18. Jahrhundert gelangt Porzellan aus China nach Europa. Das begehrte „weiße Gold“ wird zunächst über norddeutsche Häfen eingeführt und dann in fürstlichem Auftrag in deutschen und europäischen Manufakturen hergestellt. Im Laufe der Zeit befüllt Porzellangeschirr wie die Blauweiß-Ware auch die Kredenzen und Küchenschränke überwiegend bürgerlicher Haushalte in den Städten. Porzellan wird zu einem tradierten Kulturgut, birgt Geschichten von Wanderschaft, Flucht und familiärer Überlieferung. Als materieller Träger persönlicher Erinnerungen gelangt es auch in die Sammlung des Museums Neukölln.Die Vielfalt des Porzellans beschäftigt die Künstlerin Martina M. Thies seit vielen Jahren und hat sie zu ihren selbstgedrehten, verformten, applizierten und bemalten Porzellanarbeiten inspiriert.

In einer von ihr gestalteten Rauminstallation traten ihre Kunstwerke in einen Dialog mit historischen Objekten aus der Keramik-Sammlung des Museums Neukölln und persönlichen Erinnerungen von Neuköllner*innen. Dabei stoßen wir u. a. auf das Muster der „blauen Blume“, ein Motiv der Romantik, das Martina M. Thies bei ihrer Suche nach der tieferen Bedeutung der blau-weißen Keramik begleitet.