Rückschau

18. Januar bis 14. April 2019
Die Blaue Blume. Eine keramische Installation von Martina M. Thies

Erst im 18. Jahrhundert gelangt Porzellan aus China nach Europa. Das begehrte „weiße Gold“ wird zunächst über norddeutsche Häfen eingeführt und dann in fürstlichem Auftrag in deutschen und europäischen Manufakturen hergestellt. Im Laufe der Zeit befüllt Porzellangeschirr wie die Blauweiß-Ware auch die Kredenzen und Küchenschränke überwiegend bürgerlicher Haushalte in den Städten. Porzellan wird zu einem tradierten Kulturgut, birgt Geschichten von Wanderschaft, Flucht und familiärer Überlieferung. Als materieller Träger persönlicher Erinnerungen gelangt es auch in die Sammlung des Museums Neukölln.Die Vielfalt des Porzellans beschäftigt die Künstlerin Martina M. Thies seit vielen Jahren und hat sie zu ihren selbstgedrehten, verformten, applizierten und bemalten Porzellanarbeiten inspiriert.

In einer von ihr gestalteten Rauminstallation traten ihre Kunstwerke in einen Dialog mit historischen Objekten aus der Keramik-Sammlung des Museums Neukölln und persönlichen Erinnerungen von Neuköllner*innen. Dabei stoßen wir u. a. auf das Muster der „blauen Blume“, ein Motiv der Romantik, das Martina M. Thies bei ihrer Suche nach der tieferen Bedeutung der blau-weißen Keramik begleitet.


18. Mai bis 30. Dezember 2018
Neukölln macht Schule. 1968-2018

1968 wird mit der Walter-Gropius-Schule in Neukölln die erste integrierte Gesamtschule der Bundesrepublik eröffnet. Architektur und Pädagogik setzen Maßstäbe für eine substanzielle Demokratisierung von Schule. Die Ausstellung des Museums Neukölln zeigte anhand von ausgewählten Schulen, wie sich die schulische Praxis in den letzten fünfzig Jahren verändert hat und mit welchen Herausforderungen sie im heutigen Neukölln konfrontiert sind.

In neun räumlichen Inszenierungen wurden bedeutsame Entwicklungen in dieser Zeit aus der Perspektive der jeweiligen Akteur*innen dargestellt. Der Fokus lag besonders auf Reformansätzen, die dazu beigetragen haben, dass Schüler*innen durch eine dem einzelnen Kind zugewandte Pädagogik selbstständig lernen können und das Selbstvertrauen erhalten, in heterogenen Gruppen miteinander umzugehen. Ausstellung und Begleitpublikation wollen zur Diskussion darüber anregen, welche Defizite und Probleme in den Schulen existieren und welche Perspektiven es für die Zukunft des Lernens gibt.