Objekte für die Ausstellung

Neben Filmsequenzen, Fotografien und historischen Objekten werden für die Ausstellung auch neue Objekte eingekauft, die möglichst aus dem religiösen Alltag stammen und in Neukölln zu erwerben sind. Dabei ging es einerseits um die Erforschung der Durchdringung religiöser Gegenstände im Alltag sowie die Präsentation einer möglichst großen Vielfalt innerhalb der einzelnen Objektgruppen.

Spannend war dabei unter anderem die Zugänglichkeit zu bestimmten Objekten. So waren Geschäfte, in denen Kopftücher, Gebetsketten und Buddha-Figuren gekauft werden können, entlang der Haupteinkaufsstraßen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße schnell ausgemacht. Artikel, die für eine hinduistische Gebetszeremonie benötigt werden, finden sich in einem der orientalischen Geschenkartikelläden oder sogar in Spätis, deren Inhaber Hindus sind. Schwieriger hingegen war der Bezug von katholischen Devotionalien, hierfür haben wir die Bezirksgrenze verlassen und haben mit dem „Ave Maria“ in der Potsdamer Straße ein sehr spezialisiertes Fachgeschäft aufgesucht. Dies war ebenso bei den Atheist-Shoes der Fall, die wir als Leihgaben direkt in der Kreuzberger Werkstatt abgeholt haben. Zugegeben, sie unterscheiden sich enorm von den anderen Objekten. Doch wie ließe sich die Gruppe der Atheisten anders repräsentieren? Einzig bei den Bibelausgaben und den jüdischen Mesusot haben wir auf Online-Shops zurückgegriffen, da hier oftmals eine größere Auswahl zu moderaten Preisen angeboten wurde.

Da, wo es möglich war, haben wir sämtliche Informationen zu den Objekten angefragt. Auch hier wurden sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. So wussten beispielsweise die Verkäuferinnen in den Damenboutiquen ausnahmslos wo welche Kopftücher produziert wurden. Gleiches gilt für die katholischen Reisebegleiter, die allesamt in europäischen Ländern produziert werden, oder für die Buddha-Figuren, die von der Inhaberin selbst vor Ort ausgewählt werden. Bei den Gebetsketten war es hingegen oft unklar, wo sie konkret herstammen. Ein Teil aus Saudi-Arabien, doch auch viel aus China. Für uns Museolog*innen sind dies wertvolle Hinweise, die darüber hinaus vielschichtige kulturelle Aspekte der Gegenwart offenbaren.

Die Adresse für katholische Devotionalien in Berlin: Ave Maria in der Potsdamer Straße 75, Foto: Viktoria Graf

Artikel für eine hinduistische Puja sind unter anderem im Geschäft für indische Geschenkartikel „Namste“ in der Karl-Marx-Str. 23 erhältlich, Foto: Jennifer Rasch

Einkauf der Kopftücher gemeinsam mit Schülerinnen des Albert-Einstein-Gymnasiums in der Tabarak-Boutique, Kottbusser Damm 24, Foto: Silvia Haslauer

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