Ein Symbol für den Atheismus

Im Ethikunterricht haben wir überlegt, wie ein Symbol für den Atheismus aussehen könnte. Die Ergebnisse sind ganz unterschiedlich ausgefallen.
Da Atheisten nicht an einen oder mehrere Götter glauben, sondern an die Wissenschaft wurden Symbole wie ein Atom oder der Erlenmeyerkolben gewählt, um dieses auszudrücken. Das „A“ für Atheismus kommt ebenso häufig vor. Da jeder Mensch Atheist sein kann, sind die abgebildeten Figuren möglichst unspezifisch gestaltet.

Interview mit David Bonney

Interview am 16.1.2017 mit David Bonney, dem Kabarettisten und Designer, der in Berlin ein Schuhlabel gegründet hat mit atheistischer Botschaft („Atheistberlin.com“ ) und der ganzen Klasse auf Englisch mit teilweise deutscher Übersetzung

Sind Sie in eine atheistische Familie hineingeboren worden?

Bonney: Ich bin in Dublin in Irland in keine atheistische Familie hineingeboren worden.

Was tun Sie, wenn andere Menschen religiöse Feste feiern?

Bonney: Einige Feiertage feiere ich mit, aber nicht alle.

Fehlt Ihnen als Atheist nicht etwas?

Bonney: Ich glaube nicht an Übernatürliches. Ich vermisse nichts. Es gibt für mich kein Leben nach dem Tod, sondern nur mein diesseitiges Leben, das man nutzen und genießen sollte.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Bonney: Ich habe Angst vor dem Tod wie wohl alle Menschen. Das ist banal. Man sollte nicht so viel daran denken. Jeder Mensch wird als Atheist geboren und dann erst eventuell durch sein Umfeld religiös geprägt.

Wie sind Sie auf die Idee mit den Schuhen gekommen?

Bonney: Ich wollte mit meinen Schuhen ein Zeichen für den Atheismus setzen und habe die Botschaft in die Sohlen prägen lassen. Man kann den Schuh überall kaufen und in Berlin ist die Toleranz gegenüber Atheisten und den Schuhen groß. In anderen Ländern, in denen Atheismus ein Straftatbestand ist, ist es bei der Auslieferung besser, den Namen des Labels nicht auf die Verpackung zu drucken, da sie sonst selten ankommen.

Schüler: Vielen Dank Mister Bonney für das Interview

Interview mit Jaap Schilt

Interview am 11.1.2017 mit Jaap Schilt vom humanistischen Verband und neun Schülern der 8d

Schilt:  Ich bin eher Humanist als Atheist.   Nicht jeder Atheist ist Humanist, doch die meisten Humanisten sind Atheisten.  Atheist ist ein negativer Begriff „gegen Gott“. Ich kann nicht begründen, dass es etwas nicht gibt.

Sind Sie in eine atheistische Familie hineingeboren worden?

Schilt: Nein, ich bin in einer protestantischen Familie in der Niederlande aufgewachsen. Mein Vater war Pastor. Ich habe mich während meiner Jugend mit anderen philosophischen Ansätzen  auseinandergesetzt und dann auch  Philosophie studiert und bin dann auch aus der Kirche ausgetreten.

Ich arbeite beim Humanistischen Verband und bilde unter anderem Lehrer aus, die an vielen Grundschulen aber auch weiterführenden Schulen humanistische Lebenskunde unterrichten.

Ich bin verheiratet, meine Frau ist Katholikin, meine Tochter ebenfalls, mein Sohn ist wie ich atheistisch ausgerichtet.

Was feiern Sie  an religiösen Feiertagen?

Schilt: Ich feiere mit meiner Familie Weihnachten als Fest der Familie und der Freunde. Wir Humanisten feiern am Welthumanistentag, dem 21.Juni das Fest des Lichtes.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Schilt:  Ich habe wie wohl jeder Mensch da so meine Schwierigkeiten, aber ich glaube an kein Leben nach dem Tod. Wir leben in den Erinnerungen von Menschen weiter. Vielleicht lebe ich ohne Jenseitsglauben intensiver und freier, nicht so gezwungen. Aber auch ohne ein Weiterleben fühle ich mich geborgen.

Stellen sich die Humanisten eigene Regeln auf?

Schilt: Ja. Es besteht ein gewisses Vorurteil, dass Atheisten keine Moral hätten, was ich nicht richtig finde.

Der Humanistische Verband leistet in Deutschland und anderen Ländern Sozialarbeit und hat allein in Deutschland 10 000 Mitglieder ,  in Berlin und Brandenburg 1100. Wir unterhalten 25 Kindertagesstätten mit 400 Erziehern, 400 Lebenskundelehrern, Altenheim, Jugendzentren und auch ein Kinderhospiz in Berlin – Friedrichshain.

 Schüler: Vielen Dank für das Interview, Herr Schilt.

Klasse 8 D
Albert-Einstein-Gymnasium, Berlin-Neukölln
Lehrerin: Ulrike Schuster

MUSEUM NEUKÖLLN

info@museum-neukoelln.de
www.museum-neukoelln.de
+49 - 30 - 6 27 27 77 27

© copyright 2017 Museum Neukölln
Impressum