Interview mit Do Tulku Rinpoche

Ist es möglich, keinerlei negative Gefühle zu haben?
Do Tulku: Natürlich bin ich bereits vielen Menschen begegnet, die anderen etwas vorgemacht haben. Aber ich habe auch Menschen kennengelernt, die völlig frei von negativen Gefühlen waren. Einer meiner Lamas – mein Lehrer – war über Jahre inhaftiert. Er wurde geschlagen, musste hungern und alles Schlechte erleiden, doch er verlor seine positiven Gedanken, vielmehr empfand er Mitleid mit jenen, die ihn geschlagen haben. Also ja, ich denke, es ist möglich. Und für die heutige Zeit ist es vor allem wichtig zu wissen, dass Wut nicht die Lösung sein kann. Kein Mensch, keine Religion oder die Spiritualität lehrt dich, selbstsüchtig zu sein. Egal, ob Christentum, Islam, Hinduismus […] Und es ist erstaunlich zu sehen, dass sie im Grunde alle vom Selben ausgehen … Und das ist vielleicht der bessere Weg.

[Aus: Interview mit Do Tulku Rinpoche im Buddhistischen Zentrum, Neckarstr. – Nov 2016]

Klasse 9, WPU Geschichte
Albert-Einstein-Gymnasium, Berlin-Neukölln
Lehrerin: Linda Rudnick

Meditationsübung

Einführung in die Meditation mit Sraddhabandhu, praktizierender Buddhist im Buddhistischen Tor, Berlin Kreuzberg.

Projektergebnisse

Eine grafische Zusammenstellung der Lehren Buddhas. Klick auf das Bild, um die vollständige Ansicht zu erhalten.

Von Azra

Die 32 Merkmale eines großen Mannes

Die 32 Merkmale eines Großen Mannes

– die Haut ist geschmeidig, so geschmeidig, dass kein Staub und Schmutz daran haften bleibt
– aus jeder Pore wächst nur ein Haar
– die Wimpern sind wie bei einem königlichem Stier
– er hat eine weiße, leuchte  ūrnā zwischen den Augenbrauen
– er hat eine Erhebung auf der Mitte des Kopfes

Die 80 kleineren Merkmale
– er hat eine vorspringende Nase
– seine Nase ist gut proportioniert
– seine Ober-und Unterlippe sind gleich groß
– seine Stirn ist in Länge und Breite wohl proportioniert
– seine Stirn ist gerundet und schön
– seine Augenbrauen sind wie ein Bogen gewölbt und erreichen die äußern Augenwinkel
– die Haare seiner Augenbrauen sind fein und geordnet und liegen flach an
– sein Mund hat immer ein schönes Lächeln
– sein Haar hat die Farbe von einem dunklen Schatten
– sein Haar ist fein, gewellt und entwirrt
– er hat einen Haarknoten, als ob er mit einer Blumengirlande gekrönt ist

Meine Erfahrung mit dem Buddhismus

Schon früher war mir der Begriff „Buddhismus“ nicht völlig fremd, jedoch konnte ich mir darunter nicht mehr vorstellen, als der durchschnittliche Schüler. Yoga, der „fette Typ im Schneidersitz“ … das waren Dinge, die mir zum Buddhismus einfielen. Der Buddhismus interessierte mich genauso wenig wie andere Religionen.
Nachdem wir uns zwei Monate lang mit dem Buddhismus beschäftigt und praktizierende Buddhisten persönlich getroffen haben, ist „Faszination“ das beste Wort, um meine Emotionen gegenüber dem Buddhismus beschreiben zu können.
Während der letzten zwei Monate durfte ich einige interessante Menschen kennenlernen und deren Ansichten zum Buddhismus erfahren. Den ersten bewussten Kontakt zu dieser Religion hatte ich im Buddhistischen Tor in Kreuzberg. Wir trafen dort Sraddhabandhu, einen praktikzierenden Buddhisten, und ich war überrascht, wie entspannt und bescheiden und vor allem sich seiner selbst bewusst er uns gegenübertrat.
Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es im Buddhismus schon fast Voraussetzung ist, sich seiner selbst bewusst zu sein. Denn nur, wenn man begreift wer man ist und wer nicht, kann man lernen nur man selbst zu sein. Es ist sicher nicht das wichtigste Merkmal, aber doch ein festes Standbein eines einzelnen Buddhisten wie auch innerhalb der gesamten buddhistischen Gemeinschaft.
Eine der Fragen, die gestellt wurden, war, ob man als Erleuchteter all seine Emotionen verliere, da sie nur als Paradoxe existieren könnten. Ich glaube nicht, dass man weder „gute“ noch „schlechte“ Emotionen verliert. Allerdings gewinnt man die Kraft, sich von den „schlechten“ Emotionen differenzieren zu können.
Mein Interesse an Religion war nie groß, ich war schon fast abgeneigt ihr gegenüber. Der Gedanke, einem alleinigen Gott zu folgen und seine Existenz nicht hinterfragen zu dürfen, irritierte mich. Die Tatsache, dass der Buddhismus diese Annahme wegwischte, erstaunte mich positiv. Buddhisten beten keinen Gott an. Stattdessen schauen sie zu jemand auf, der es geschafft hatte, sich von jeglichen negativen Emotionen losgesagt hatte. Genau dieser Fakt radiert die Linie aus, die sich sonst zwischen Menschen und ihren Göttern zieht. Menschen beten nicht zu Buddha, sie bitten ihn nicht um Hilfe. Sie wollen dasselbe Nirvana erreichen wie er. Ich finde es bewundernswert, dass Menschen ein so pures Ziel erreichen wollen.
Das wichtigste und reinste Gebot dieser Religion ist jedoch „Liebe bedenkenlos“. Zwar gibt es das auch in anderen Religionen, allerdings erscheint es mir im Buddhismus am sichtbarsten. So heißt es weiter, dass nicht aus Kompromissen heraus geliebt werden soll, sondern weil der Mensch Mensch ist.
Unabhängig welcher Glaubensrichtung man folgt und welche Verkörperung der Besonnenheit und des Glücks man für die Wahre hält; der spirituelle Weg ist am Ende das Ziel und stets derselbe. Nirvana ist nichts anderes als die Befreiung jeglichen Leids, ob man es Erleuchtung, Himmel, Frieden oder Seligkeit nennt.
Ist es nicht genau das, was wir alle irgendwann erreichen wollen?

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