Vor dem Sri Mayurapathy Murugan Tempel in der Blaschkoallee

Interview: Hinduistisches Leben in Neukölln

Lucas: Wie ist der Hinduismus nach Berlin Neukölln gekommen?

Medappa: Ich würde sagen mit uns. Oder besser, mit meinen Vorfahren. Ein Teil der Community ist in den 1970er Jahren nach Neukölln gekommen. Sie wollten hier ihre Ausbildung, die sie in Bangalore angefangen haben, bei einem Tochterunternehmen der AEG beginnen oder weiterführen. Das waren in etwa vier Gruppen von 30-40 Personen.

Letztlich kommt der Hinduismus durch die Personen ins Land, die ihren Glauben praktizieren. Nach und nach entsteht ja auch eine Vernetzung der Menschen untereinander.

Simon: Welche hinduistischen Orte gibt es in Neukölln?

Medappa: Da kenne ich zwei. Zunächst der Tempel in der Blaschkoallee, der von eine tamilischen Gemeinde aufgebaut wurde. Also von Familien aus Südindien und Sri Lanka. Und es gibt den Tempel in der Hasenheide, deren Mitglieder oft aus Nordindien stammen und nun Schritt für Schritt ihren Tempel errichten.

Simon: Wie ist es als Hindu in Berlin zu leben?

Medappa: Ganz cool. Wir können unsere Religion frei praktizieren und es gibt keine großen Probleme.

Lucas: Ist das Kastenwesen hier von Bedeutung?

Medappa: Also hier spielt es überhaupt keine Rolle, da die meisten aus Gründen der Bildung bzw. in der Hoffnung auf ein besseres Leben hier her gekommen. Das Kastenwesen ließe sich hier auch gar nicht anwenden, da die notwendige Struktur nicht gegeben ist.

Simon: Isst du gerne Fleisch?

Medappa: Ja!

[Stimme aus dem Off:] Oh.

Medappa: Muss ich Vegetarier sein?

[Stimme aus dem Off:] Dachten wir.

Medappa: Ja, also Schöne am Hinduismus ist, dass er so frei ist. Es gibt natürlich sehr streng religiöse Menschen, die alle Regeln befolgen, sich nach dem Aufstehen reinigen, fasten, rituelle Texte sprechen und so weiter. Dann gibt es auch Hindus, die weder in den Tempel gehen noch regelmäßig beten, die Rindfleisch essen … Auch ich habe eine Zeit lang kein Rind gegessen, es aber irgendwann aufgegeben, weil ich den Glauben für mich anders definiert habe.

Klasse 10D,
Campus Efeuweg, Berlin-Neukölln
Lehrerin: Janina Bähre

Kreative Arbeiten

Nachdem wir im Hindu-Tempel an der Blaschkoallee waren, haben wir uns aufgrund der schönen und farbenfrohen Eindrücke dort entschieden, etwas davon nachzubilden. Wir haben einen Schrein gebaut, anhand dessen man viel über den Hinduismus lernen kann.

Interview: Über den Alltag und die Religion eines Hindus

Ulla Giesler, Programmleiterin bei Vincentino e.V. und Yogalehrerin, über den Alltag im Hinduismus.

Wie ist es als Hindu in Berlin Neukölln zu leben?

Foto: Cara Wuchold

Interview mit einem praktizierenden Hindu vor dem Hindu Tempel in der Blaschkoallee


Wer nutzt den Tempel?

Welche Orte in Neukölln gibt es für Hindus noch?

Weshalb gibt es in Neukölln zwei Hindu-Tempel?

Wie sieht der Gemeindealltag aus?

Existieren Vorurteile gegenüber Hindus in Neukölln?

Wie leben Sie Ihre Religion im Alltag?

Was finden Sie besonders gut an der Religion?

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