Die sieben Tische. Gastkultur in Neukölln

Sieben gedeckte Tische aus Neuköllner Haushalten standen im Zentrum dieser Ausstellung. An ihnen haben Essen stattgefunden, die filmisch und fotografisch dokumentiert wurden. Das Mobiliar und das Geschirr haben die Gastgeberinnen und Gastgeber dem Museum für die Dauer der Ausstellung überlassen. Entstanden ist eine szenische Dokumentation, die ein Bild der Alltagskultur und der sozialen Interaktion zwischen Gastgebern und ihren Gästen im heutigen Neukölln nachzeichnet. Es sind die Details wie die gekochten Speisen, die Dekoration des Tisches oder die Reihenfolge des Auftischens, die eine Vielfalt kultureller Ausdrucksformen der häuslichen Gastkultur repräsentieren. Sie geben einen intimen Einblick in soziale Beziehungen der Gegenwart und stehen gleichzeitig für den derzeitigen sozialen wie kulturellen Wandel im Bezirk.

Im Gegensatz zu den sorgfältig eingedeckten Tischen verwiesen ausgestellte Küchengeräte aus der Sammlung des Museums Neukölln nicht nur auf deren Geschichte, sondern auch auf die Dynamik, die bei der Vorbereitung eines Menüs in jeder Küche herrscht. Die Ausstellungsobjekte wurden medial durch eine iPad-Anwendung unterstützt, auf der sich neben einem kleinen Lexikon der Küchengeräte, die filmischen Dokumentationen der Essen sowie zahlreiche Zusatzinformationen, wie die Rezepte der Essen, Porträts der Gastgeber und Gäste befanden.

Zur Ausstellung erschien eine Begleitpublikation in Form eines Magazins mit allen Rezepten der Abendessen sowie weiterführenden Artikeln, die die Themen der Gast- und Esskultur näher beleuchten. Mit dabei ist ein kulinarischer Streifzug durch die neue Neuköllner Gastro-Szene der Tagesspiegel-Redakteurin Susanne Kippenberger. Aber auch soziale Projekte des Bezirks, wie das Weihnachtsfest für Obdachlose von Frank Zander oder das Arbeitslosenfrühstück am Reuterplatz werden als wesentlicher Bestandteil der Gastkultur Neuköllns vorgestellt. Schließlich werden auch neuere Trends und Initiativen der Nahrungsmittelerzeugung thematisiert, wie sie in den urbanen Gärten des Bezirks zum Ausdruck kommen.