Neukölln im Schatten der Mauer

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre ein Teil der innerdeutschen Grenze. Sie trennte vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 West- und Ost-Berlin. Auf 14 Bild-Text-Tafeln erinnerte die Ausstellung daran, was die deutsche Teilung für Neukölln bedeutete und setzt das Geschehene in den zeitgeschichtlichen Kontext.

Durch den Mauerbau wurden Familien und Nachbarschaften zerrissen und wichtige Verkehrsadern wie die Elsenstraße, die Wildenbruchstraße oder die Lohmühlenbrücke durchtrennt. Die Harzer Straße, wo die Mauer – ähnlich wie auf der Bernauer Straße in Wedding/Mitte – mitten auf der Straße verlief, erlebte dramatische Teilungs- und Fluchtszenarien. Die Karl-Marx-Straße, der „Boulevard des Ostens“, verlor Tausende von Kunden aus Treptow und den südlichen Randgebieten. Neukölln wurde plötzlich zu einem Rand- und Grenzbezirk. Für die Menschen in Neukölln war ein Besuch in den Ostteil der Stadt oft mit stundenlangen Wartezeiten verbunden, um einen der begehrten Passierscheine zu erhalten. Arbeits- oder Ausbildungsstätte sowie Freizeit- und Naherholungsgebiete wie der Plänterwald waren nun nicht mehr erreichbar.

Nachdem sich für den Großteil der Westberliner Bevölkerung eine gewisse Gewöhnung an die Mauer einstellte, wuchs im Osten der Unmut über das SED-Regime. Mit dem Sturz des DDR-Regimes und der Öffnung der Grenzen wurden der Eiserne Vorhang und die europäische Nachkriegsordnung Geschichte.